Liburnija – Auf den Wegen der Frankopanen
Liburnija ist eine Gegend mit einer wertvollen Geschichte, welche Kroatien die Schrift, das Gesetzbuch und die Druckereien beschert hat. Einen Teil dieser Geschichte macht die Adelsfamilie Frankopan aus, die jahrhundertelang an der Macht war und tiefe Spuren in der Geschichte von ganz Kroatien hinterlassen hat. Die Spuren ihrer Herrschaft sind heute noch in den Überresten ihrer Festungen, Schlösser, Burgen und anderer Bauwerke sichtbar, von denen aus die Familie regiert hat. Zehn von insgesamt 19 Kastells und Schlössern wurden erneuert und im Rahmen des Projekts „Auf den Wegen der Frankopanen“ eingerichtet. Diese werden Touristen, die Interesse an der Geschichte oder aber an den wunderbaren Landschaften ader Küste und im Hinterland des kroatischen Küstenlands haben, zur Besichtigung angeboten. Das Ziel dieses Projekts ist die Erhaltung des reichen Kulturerbes, aber auch das Vorstellen dieses Erbes sowohl in Kroatien als auch im Ausland. Es handelt sich hierbei um das komplexeste Projekt zur Erhaltung des Kulturerbes, das im Jahr 2005 von der Region Primorje-Gorski kotar ins Leben gerufen wurde.
Ein gut erhaltenes Denkmal auf diesem Weg und Zeuge der Vergangenheit ist die Stadt Grobnik und das in Form eines Dreiecks gebaute Kastell, das von einer Mauer umfasst ist, mit Türmen und Halbtürmen befestigt und noch zusätzlich mit einer Festungsmauer verstärkt. Die Stadt Grobnik gehört seit dem 10. Jahrhundert zu Kroatien, wobei sie seit 1225 der Familie Frankopan gehörte, und 1671 ging sie nach einem Abkommen in das Eigentum der Familie Zrinski über, welche mit den Frankopanen verwandt war. In demselben Jahr wurde aber das Kastell nach der Hinrichtung von Petar Zrinski und Fran Krsto Frankopan in Bečko Novo Mesto ausgeraubt.
Die nächste Destination für all diejenigen, welche die Karte „Auf den Wegen der Frankopanen“ befolgen wollen, ist das Kastell in Bakar, das sich auf einem erhobenen Plateau im Nordwesten des Ortes auf dem Fundament einer prähistorischen und römischen Fortifikation befindet. Das heutige Aussehen bekam das Kastell im 18. Jahrhundert nach seiner Renovierung, die aufgrund von zwei Erdbeben nötig war.
Das Kastell Hreljin ist andererseits auf einem außerordentlich günstigen strategischen Punkt gebaut, der über die Kommunikation dominierte, welche das Innere Kroatiens über Gorski kotar mit dem Meer und Bakarac verbindet. Die wunderschöne Aussicht von diesem Standort aus gibt klar zu verstehen, warum dieses Kastell in den Zeiten der osmanischen Angriffe Richtung Istrien und Slowenien eine bedeutende Hürde für die türkischen Truppen war. Das Gemäuer des 1790 verlassenen Kastells ist schlecht erhalten.
Kraljevica bietet Gästen, die sich nach historischen Bauwerken sehnen, das Schloss Frankopan in Nova Kraljevica und Stari grad (alte Stadt) der Familie, ein Gebäudekomplex genannt Donji kaštel und Gornji kaštel (das untere und das obere Kastell). Petar Zrinski hat Mitte des 17. Jahrhunderts mit dem Bau des Schlosses angefangen. Dieses sollte als Hof seiner Familie bzw. seiner Frau Katarina Frankopan dienen, deren Familie einst dieses Gebiet besaß, weswegen es ja auch heute noch Frankopanski heißt. Bis zur Hinrichtung von Zrinski und Frankopan hatte das Schloss den Status einer Residenz, und später diente es als Krankenhaus, Kaserne und Kloster. Es wurde als eine Burg der Spätrenaissance mit zahlreichen Details des Barocks gebaut.
Stari grad in Drvenik ist eine beeindruckende Festung, die noch im Mittelalter zur Verteidigung und Kontrolle der Verkehrsrichtung durch Vinodol errichtet wurde. Die Festung hat ein rechteckiges Fundament mit runden Türmen an den Ecken, einem Halbturm und dem romanische n Verteidigungsturm, der auch den ältesten Teil der Festung darstellt. Das endgültige Aussehen bekam dieses Kastell im 15. Jahrhundert, und Mitte des 18. Jahrhunderts ziehen die Einwohner, die um das Kastell herum wohnen, hinunter in das Tal und gründen um die zu dem Zeitpunkt gebaute Straße Bakar–Novi Vinodolski die heutige Siedlung.
In der Nähe von Drvenik befindet sich auch Grižane, wo man die Überreste einer Burgruine finden kann, die sich direkt über dem Ort Grižane befindet; auf einer Steinklippe unter den Felsen. Heute ist sehr wenig von diesem Kastell, das im Mittelalter zur Verteidigung der Verkehrsrichtung gebaut wurde, übriggeblieben – lediglich ein Teil der Mauer mit den Resten von drei runden Türmen.
In einer bedeutend besseren Verfassung befindet sich die Burg Frankopanska in Bribir, der einzige Rest des einstigen Kastells dieses Städtchens. Ursprünglich bestand das Kastell aus doppelten Mauern, einem schmalen Hof, eines Wohn- und Verwaltungsgebäudes, wie auch zweier Türme. Ende des 19. Jahrhunderts jedoch wurde das Kastell zerstört, mit dem Ziel an dieser Stelle ein Schul- und Rathausgebäude zu bauen, so dass heute nur ein rechteckiger Turm und ein Teil der Mauer im nördlichen und westlichen Teil des einstigen Kastells erhalten geblieben sind.
Die Geschichte der 10 Festungen der Familie Frankopan endet in Novi Vinodolski und Ledenice, wo sich über dem Meer und dem Vinodol-Tal Überreste einer früheren Festung befinden. Bis zu den Überresten der Festung, von denen am besten die romanischgothische Kirche des Hl. Stephans erhalten geblieben ist, kommt man auf einen schmalen Wanderpfad, der die Besichtigung der ganzen Festung sowohl von innen als auch von außen ermöglicht. Im Zentrum der Altstadt von Novi Vinodolski hebt sich die Burg Kvadrac hervor, ein Teil der einst mächtigen Festung, um welche sich die Stadt Novi Vinodolski gebildet hat. Heute ist von der ursprünglichen Architektur nur die Burg Kvadrac erhalten geblieben, welche Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Umgestaltungen erlebte. Das einstige Kastell aus Novi Vinodolski war einer der stärksten und längsten Stützpunkte der Familie Frankopan. Darin wurde 1288 das Gesetz von Vinodol erstellt und verabschiedet. Das ist der bedeutendste rechtliche Text über das mittelalterliche Leben auf dem Vinodol-Eigentum der Familie Frankopan, das in kroatischer Sprache und in glagolitischer Schrift verfasst wurde. Der Inhalt des Gesetzes ist eine der besten und fortgeschrittensten rechtlichen Akten in Feudaleuropa, die sich besonders durch den Schutz der Bauern und der Frauen kennzeichnet.
















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